SPS-PC-Datenaustausch ohne OPC-Server: S7 direkt oder OPC UA?
Muss zwischen SPS und PC immer ein OPC-Server stehen? Nein. Wann die direkte S7-Verbindung reicht und wann OPC UA besser passt, zeigen wir hier.
Zwei Wege vom PC zur S7
Für den Datenaustausch zwischen einer Siemens S7 und einem Windows-PC gibt es heute zwei gängige Wege:
Direkte S7-Verbindung
Der PC spricht die Steuerung über Ethernet mit dem S7-Protokoll an (ISO-on-TCP nach RFC 1006). Dazwischen steht kein Server, der eingerichtet oder lizenziert werden muss. Bei der S7-1200 und S7-1500 muss dafür im TIA Portal der PUT/GET-Zugriff freigegeben sein, und die gelesenen Datenbausteine dürfen nicht optimiert sein.
OPC UA
Die Steuerung stellt ihre Daten über einen OPC-UA-Server bereit, der PC greift als OPC-UA-Client darauf zu. Die S7-1500 und neuere S7-1200 bringen diesen Server mit; er wird im TIA Portal aktiviert und braucht eine Laufzeitlizenz von Siemens. Das ältere OPC DA mit einem eigenen OPC-Server auf dem PC spielt bei neuen Projekten kaum noch eine Rolle.
So schnell ist die direkte Verbindung
Wie schnell eine direkte Verbindung ist, haben wir mit einer S7-1212C gemessen. Die DataSuite hat dabei je 39 Datensätze mit 10, 30 und 50 Byte aus einem Datenbaustein gelesen und jeweils in eine Excel-Datei geschrieben.
Alle Werte liegen unter 150 ms je Datensatz. Den größten Teil davon braucht das Schreiben in die Excel-Datei. Die reine Übertragung zwischen S7-1200 und PC dauerte rund 10 bis 12 ms; mit einer S7-1500 unter nahezu idealen Bedingungen haben wir Übertragungszeiten um 1 ms erreicht.
Wie schnell es in Ihrer Anlage geht, hängt vor allem von diesen Faktoren ab:
Die Antwortzeiten Ihrer eigenen Steuerungen messen Sie mit dem kostenlosen PLC-Scanner von PLC DataTools.
Direkte S7-Verbindung und OPC UA im Vergleich
| Direkte S7-Verbindung | OPC UA | |
|---|---|---|
| Geschwindigkeit | sehr schnell, kein Server dazwischen | in der Regel etwas langsamer |
| Kosten | keine zusätzliche Lizenz | OPC-UA-Laufzeitlizenz für die Steuerung |
| Einrichtung in der SPS | PUT/GET freigeben, nicht optimierte Datenbausteine | OPC-UA-Server aktivieren; optimierte Bausteine möglich |
| Sicherheit | unverschlüsselt | verschlüsselt, Anmeldung mit Benutzername und Passwort oder Zertifikat |
| Steuerungen | Siemens S7, auch ältere S7-300 und S7-400 | internationaler Standard, auch andere Hersteller |
Mehr zu OPC UA und zur Einrichtung im TIA Portal lesen Sie im Artikel OPC-UA-Schnittstelle mit einem Windows-Client nutzen.
Welcher Weg passt zu Ihrem Projekt?
Die direkte S7-Verbindung ist eine gute Wahl, wenn …
OPC UA ist die bessere Wahl, wenn …
Beide Wege in einer Software
Sie müssen sich nicht für alle Steuerungen gleich entscheiden. Die DataSuite arbeitet als Windows-Client und verbindet sich je Steuerung direkt über „S7 – Put/Get“ oder über „S7 – OPC UA“; mit dem Typ „OPC UA“ erreicht sie jeden OPC-UA-Server. Ist die Verbindung eingerichtet, arbeiten Sie mit den Daten in beiden Fällen gleich: Die DataSuite schreibt sie in Excel- und PDF-Dateien, HTML-Seiten oder SQL-Datenbanken.
Sie können die DataSuite kostenlos testen. Das Handbuch mit ausführlichen Anleitungen ist im Download enthalten.
Weitere Informationen und Hilfestellung kostenlos von unserem Support-Team:
Telefon: +49 2742 72927 80
E-Mail: support@mb-datasuite.com
Fazit
Ein OPC-Server ist für den SPS-PC-Datenaustausch keine Pflicht. Die direkte S7-Verbindung ist schnell, kostet keine zusätzliche Lizenz und bindet auch ältere Steuerungen an. OPC UA ist der Standard, wenn Verschlüsselung, optimierte Datenbausteine oder Steuerungen anderer Hersteller gefragt sind. Mit der DataSuite nutzen Sie beide Wege nebeneinander.